Worüber wir nicht schweigen wollen.


oder: Wie die Harnblase und der Beckenboden uns täglich vor lösbare Probleme stellen können.


Zu den am häufigsten verschwiegenen medizinischen Problemen im Alltag gehören Dinge wie:

  1. Stressinkontinenz nach Schwangerschaften, Stressinkontinenz bei starken körperlichen Anstrengungen (im Sport beim Joggen etc.)
  2. Inkontinenz im Alter durch Ermüden der Beckenbodenmuskulatur
  3. Inkontinenz nach Prostataoperationen (welcher Ursache auch immer)
  4. Inkontinenz durch Absenken der Blase infolge von Totaloperationen oder Bänderermüdung

All diese Geschehnisse haben letztlich die gleiche Ursache: 

ein temporäres oder dauerhaftes Versagen des Verschlussmechanismus und die Ermüdung der die Harnröhre umgebenden Beckenbodenmuskulatur und ein Nachlassen der haltenden Bänder.

 

Der Beckenboden

Stelle man sich das menschliche Becken als eine umgedrehte Pyramide vor, deren Spitze entfernt wurde. Als Verschluss dient eine dehn- und schliessbare Masse gewählt. Sogleich wird das eigentliche Problem klar:

 

Als tiefster Punkt des Rumpfes lasten Teile des Bauchraumes mit seinen Organen und die Organe des kleinen Beckens, der Schwerkraft folgend auf dem Beckenboden. Wenn die Spannkraft der Bänder und Haltestrukturen nachlässt, stellen sich Probleme ein.

 

Die Beckenbodenmuskulatur ist mehrschichtig angelegt und stellt einen dicht verwobenen muskulären Abschluss dar. Nur unterbrochen durch die natürlichen Öffnungen für die Ausscheidungsorgane und den Gebärmutterhals (Cervix uteri). Diese Öffnungen werden teils von ringförmiger Muskulatur, teils von netzförmiger Muskulatur umschlossen, die einen Verschlussmechanismus darstellen.  

 

Weiterhin stellt der Beckenboden mit seinen Muskelzügen einen wichtigen Bestandteil zur Aufrichtung der Wirbelsäule dar. Diese Muskulatur ist mit einem speziellen Training ansteuerbar, wahrnehmbar und trainierbar. Die Kette: Füsse, Beine, Becken, Rücken, Hals und Kopf, die unsere Haltung und Aufrichtung ausmacht, kann nur funktionieren, wenn alle Glieder der Kette trainiert und in ihrer Funktion gestärkt werden.

 


Kurze Erklärung zu den Ursachen der Inkontinenz


Inkontinenz nach Schwangerschaften 

In der Schwangerschaft und durch die Geburt kommt es, neben der Überdehnung der Bauchmuskulatur, zur maximalen Öffnung (Überdehnung) des Beckenbodens. Dies hat zur Folge, dass in den meisten Fällen nach der ersten, aber bestimmt nach der zweiten Geburt, die Muskulatur nicht mehr in der Lage ist, sich ohne Training vollständig zu regenerieren und eine leichte bis mittelschwere Form der Inkontinenz verbleibt.

 

Diese zu Anfang etwa leichte Form kann sich im Laufe des Lebens und des normalen Alterungsprozesses verstärken. Es reicht nicht, nach der Schwangerschaft nur eine allgemeine Rückbildungsgymnastik zu beginnen. Vielmehr ist es notwendig, gleichzeitig den Beckenboden und die Haltemuskulatur zu trainieren. Letztlich leiden unter der Belastung der Schwangerschaft nicht nur die Bauchmuskeln, sondern die Gesamtheit des Beckens und seine Organe. Last but not least führt ein Kräftigen der Beckenmuskulatur nach einer Geburt auch dazu, dass die Patientinnen sich wieder stärker wahrnehmen und die Sexualität wieder mehr in den Vordergrund rücken kann. Um all dies zu erreichen wurde das „Ganzheitliche PosturaTraining nach Debatin/Werner ©“für Sie entwickelt.

 

Absenken der Blase 

Ursache ist Ermüden der Bänder oder auch eine Totaloperation.

Je nach Art des Absenkens kann es sowohl zum Harnverhalt bzw. Bildung von Restharn in der Blase kommen, als auch zu erhöhtem Druck auf die Blase und somit vermehrtem Drang und unkontrolliertem Harnverlust kommen. Durch ein „Ganzheitliches PosturaTraining nach Debatin/Werner ©“ von Beckenboden und Bändern kann es hier erhebliche Verbesserungen geben.

 

Temporäre Inkontinenz nach Prostata OP´s 

Nach invasiven und minimalinvasiven Eingriffen, aber auch nach neuester Lasertechnik im Bereich der Prostata, kommt es immer wieder zur Inkontinenz, die aber in der Regel durch intensive und gezielte Übungen gut zu beheben ist. Auch hier arbeiten wir erfolgreich im Zusammenspiel mit der Körperwahrnehmung und Visualisierung und Muskelaufbau nach dem Prinzip des „Ganzheitlichen PosturaTrainings nach Debatin/Werner ©“.

 

Inkontinenz im Alter

Die Beckenbodenmuskulatur ist wie jede Muskulatur darauf angewiesen, dass sie benutzt und trainiert wird. Wenn also im Alter unser täglicher Bewegungsradius geringer wird, wird (wie an allen anderen Muskeln, die nicht mehr so häufig gebraucht werden) auch an der Beckenbodenmuskulatur ein Rückgang feststellbar. Auch das Vermögen, die Verschlussmuskulatur der Blase und des Darms anzusteuern, geht im Laufe der Zeit verloren. Hier kann es dann nicht nur zur Inkontinenz der Blase, sondern auch des Darms kommen, da auch hier der Verschlussmechanismus muskulär ist und trainiert werden muss. Auch hier gilt: Visualisierung mittels Bildschirm, Aufbau der Muskulatur, körperliche Aufrichtung und Übertragung des Erlernten in den Alltag. Das Prinzip des „Ganzheitlichen PosturaTrainings nach Debatin/Werner ©“ ist einfach auszuführen. Die Patienten werden begleitet und die Übungen ihrem körperlichen Können angepasst. 

 

Stressinkontinenz bei Sportlern und Hochleistungssportlern

Hier kommt es durch maximalen Druckaufbau (z.B. Handball, Volleyball) bei gleichzeitig nicht ausreichend trainiertem Beckenboden zu Harnverlusten.

 


Therapie


Das Prinzip des „Ganzheitlichen PosturaTraining nach Debatin/Werner©“

 

Durch die Kopplung der verschiedenen Halte- und Aufrichtungsebenen ist es den Patienten möglich, effektiv und ganzheitlich an ihrer Aufrichtung (Postura) zu arbeiten. Da es schwierig ist, den Beckenboden zu imaginieren und willentlich anzusteuern, bieten wir unser Beckenboden-Programm inklusive einem visualisierten Training an, bei dem es möglich ist, die Aktivität am Bildschirm zu beobachten und die direkte Muskelspannung nicht nur zu fühlen, sondern auch als Kurve zu beobachten und seine Übungsfortschritte in einer verständlichen, ausdruckbaren Dokumentation zu erhalten. Gleichzeitig koppeln wir die Therapie des Beckenbodens mit der Therapie der kleinen Stellmuskeln im Rücken und der Sensomotorik.  Auf diese Art und Weise ist es möglich, die sogenannte Postura (Körperspannung/Aufrichtung) ganzheitlich zu beüben. Zu Beginn ist ein 2-mal wöchentliches Einzeltraining notwendig, später kann auf 1-mal die Woche reduziert werden.

Speziell für Frauen kurz nach der Entbindung bieten wir aber auch Rückbildungsgymnastik, gekoppelt mit dem Prinzip des „Ganzheitlichen PosturaTrainings nach Debatin/Werner ©“, in Kleingruppen an.